Interview | Harry Wolkenfelt, Eigentümer von Solarif, entscheidet sich für Batteryshelter

Am 3. März wurde bei Harry Wolkenfelt, Eigentümer des Versicherungsberatungsunternehmens Solarif, ein Batteryshelter an seinem Wohnhaus installiert. Solarif ist auf Versicherungen, Risikomanagement und Projektvermittlung innerhalb der Solarenergiebranche spezialisiert. Die Installation wurde von Lex van den Acker und Tom Bruijne von Solurion durchgeführt.

 

Conduct sprach mit Harry Wolkenfelt, der Eigentümer und zukünftige Eigentümer über Risiken innerhalb der Energiewende berät.

 

 

Conduct: Sie beraten Eigentümer und zukünftige Eigentümer über Risiken innerhalb der Energiewende. Welche Veränderungen beobachten Sie derzeit durch den schnellen Aufstieg von Heimbatterien?

Harry Wolkenfelt: Was ich sehe, ist, dass wir in eine neue Phase eintreten. Bei Solarmodulen ging es vor allem um die Energieerzeugung. Das war relativ übersichtlich. Mit Heimbatterien kommt nun die Energiespeicherung im Gebäude hinzu. Und Speicherung bedeutet Konzentration von Energie. Das verändert das Risikoprofil grundlegend. Es geht nicht mehr nur um die elektrische Installation, sondern auch um thermische Stabilität, Brandverlauf und mögliche Folgeschäden am Gebäude. Das ist eine neue Risikokategorie.

 

Conduct: Worauf achten Versicherer konkret bei der Bewertung eines Hauses mit einer Heimbatterie? Welche Faktoren bestimmen, ob eine Installation akzeptabel ist oder nicht?

Harry Wolkenfelt: Die zentrale Frage lautet immer: Wenn etwas schiefgeht, wie groß wird der Schaden? Dabei spielen drei Faktoren eine Rolle: Wo befindet sich die Batterie, wie wurde sie installiert und wie gut lässt sich ein Vorfall kontrollieren? Eine Batterie in einem Aufenthaltsraum oder in einem innenliegenden Abstellraum führt zu einem anderen Szenario als eine Installation außerhalb des Gebäudes. Darüber hinaus sind Zertifizierungen, eine fachgerechte Montage und die Einhaltung von Normen entscheidend. Letztlich geht es bei der Akzeptanz immer um Schadensbegrenzung.

 

Conduct: Was sollte Ihrer Meinung nach in der Gesetzgebung und Normung für Energiespeichersysteme (EOS) unter 20 kWh geregelt werden?

Harry Wolkenfelt: Wir brauchen vor allem Klarheit und Einheitlichkeit. Momentan sehe ich noch zu viele Interpretationsunterschiede. Gemeinden, Installateure und Versicherer beurteilen dieselbe Installation nicht immer auf die gleiche Weise. Für Systeme unter 20 kWh sollte es eine klare nationale Richtlinie zur Platzierung, Belüftung und minimalen Feuerwiderstandsdauer geben. Das verhindert Diskussionen im Nachhinein und sorgt für Stabilität im Markt. Regulierung muss Vorhersehbarkeit schaffen, für Eigentümer, Installateure und Versicherer.

 

Conduct: Welche Risiken werden in der Praxis bei der Installation von Batterien in oder an Wohngebäuden noch unterschätzt?

Harry Wolkenfelt: Der Verlauf eines Batteriebrandes wird häufig unterschätzt. Das ist kein gewöhnlicher Brand. Die Wärmeentwicklung und die Dauer können erheblich sein. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, kann die Auswirkung bei falscher Platzierung extrem groß sein. Dieser Unterschied in der Risikobewertung ist entscheidend.

 

Conduct: Sie haben sich bei Ihrem eigenen Wohnhaus für eine externe Installation in einem Batteryshelter entschieden. Was hat für Sie als Risikospezialist den Ausschlag gegeben?

Harry Wolkenfelt: Meine Batterie steht außerhalb des Hauses. Das ist eine sehr bewusste Entscheidung. Durch die externe Platzierung entferne ich das primäre Risiko buchstäblich aus meinem Wohngebäude. Mit dem Batteryshelter schütze ich meine Installation zudem vor möglichen äußeren Beschädigungen und Verschmutzung. Dadurch reduziere ich nicht nur das Brandrisiko, sondern auch das Risiko technischer Störungen.

 

Conduct: In welchem Maße erwarten Sie, dass externe Installationen oder zusätzliche brandschutztechnische Maßnahmen künftig Teil von Versicherungsanforderungen werden?

Harry Wolkenfelt: Ich erwarte, dass dies zunehmend Bestandteil der Annahmebedingungen wird, insbesondere wenn die Anzahl der Installationen steigt und mehr Schadensdaten verfügbar werden.

Eine extern installierte Batterie in einem geschützten Gehäuse wird anders bewertet als eine Batterie in einem Hauswirtschaftsraum. Der Markt bewegt sich letztlich immer in Richtung Professionalisierung, und das wird auch hier geschehen. Das ist bei neuen Technologien immer so.

 

Conduct: Welche Auswirkungen hat ein Vorfall mit einer Heimbatterie auf Versicherbarkeit, Prämienentwicklung und Haftung?

Harry Wolkenfelt: Vorfälle haben immer Einfluss auf Versicherungsbedingungen. Historisch gesehen war das bei jeder neuen Technologie so. Wenn Schäden durch eine unsachgemäße Installation oder durch das Nichtbefolgen von Vorschriften entstehen, kann sich die Haftung auf den Installateur oder Lieferanten verlagern. Wenn mehrere Vorfälle auftreten, werden Versicherer ihre Annahmerichtlinien und Prämien entsprechend anpassen. Der Markt lernt aus Schadensfällen.

 

Conduct: Welche Rolle spielen Installateure bei der Kontrolle von Risiken? Wo treten in der Praxis noch Probleme auf?

Harry Wolkenfelt: Installateure sind entscheidend. Die Qualität der Installation bestimmt in hohem Maße das Risikoprofil. Was ich manchmal sehe, ist, dass kommerzieller Druck zu einer schnellen Installation führt, bei der Standortwahl und Einhaltung der Installationsvorschriften nicht ausreichend berücksichtigt werden. Eine Batterie ist kein Standardgerät. Sie erfordert risikobewusstes Fachhandwerk.

 

Conduct: Wenn Sie fünf Jahre in die Zukunft blicken: Wie werden sich Regulierung, Normung und Versicherungsbedingungen rund um Batteriespeicher entwickeln?

Harry Wolkenfelt: Ich erwarte eine weitere Standardisierung und klarere Richtlinien. Batteriespeicher werden ein normaler Bestandteil von Wohngebäuden sein, allerdings innerhalb klar definierter Sicherheitsrahmen und mit strengeren Bewertungen. Wir bewegen uns von einer Pionierphase hin zu einer strukturierten Marktphase.

 

Conduct: Was würden Sie Hausbesitzern raten, die über eine Heimbatterie nachdenken?

Harry Wolkenfelt: Schauen Sie nicht nur auf Rendite und Amortisationszeit. Denken Sie auch an Platzierung, Sicherheit und Versicherbarkeit. Wählen Sie einen zertifizierten Installateur. Lassen Sie sich gut über die Standortwahl beraten und sprechen Sie vor der Installation mit Ihrem Versicherer. Eine Heimbatterie ist ein logischer Schritt in der Energiewende, aber nur dann, wenn Risiko und Rendite im Gleichgewicht stehen.

 

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