EMV-Zonenkonzept für PV-Anlagen
Das EMV-Zonenkonzept (Elektromagnetische Verträglichkeit) unterteilt eine Installation in Blitzschutz-Zonen (LPZ). Jede Zone stellt ein unterschiedliches Risiko für Blitzströme und elektromagnetische Induktionen dar. Für PV-Anlagen gelten die folgenden Definitionen und Maßnahmen:
LPZ 0A – Ungeschützte Außenzone
Dies ist der Bereich, in dem sich die PV-Anlage befindet, z. B. auf dem Dach. Ohne ein äußeres Blitzschutzsystem (LPS) ist die Anlage folgenden Gefahren ausgesetzt:
Direkte Blitzeinschläge;
Volle Blitzstrombelastung auf Kabeln und Wechselrichtern.
In diesem Fall:
Muss ein Typ-1-Überspannungsschutzgerät (SPD) auf der DC-Seite installiert werden;
Dies gilt auch, wenn ein LPS vorhanden ist und direkt mit der PV-Anlage verbunden ist;
Es muss eine Potentialausgleichsverbindung zwischen dem externen LPS und dem Erdungspunkt des Wechselrichters vorhanden sein.
LPZ 0B – Geschützte Außenzone
Zone innerhalb des Schutzwinkels von Fangstangen, jedoch ohne leitende Verbindung zur PV-Anlage:
Schutz vor direkten Einschlägen;
Ausreichender Trennungsabstand zum LPS ist gewährleistet.
→ Hier treten nur induzierte Überspannungen auf.
→ Ein Typ-2-SPD reicht zur Absicherung aus.
LPZ 1 – Eingangsbereich der Installation
In dieser Übergangszone:
Wird der Blitzstrom über das LPS und die Erdungsanlage teilweise verteilt;
Zusätzliche SPDs werden an der Zonengrenze installiert.
Wenn sich die PV-Anlage in LPZ 0B und der Wechselrichter im Innenbereich (LPZ 2) befindet:
Ist ein Typ-2-SPD auf der DC-Seite ausreichend.
Ist jedoch eine leitende Verbindung zur LPZ 0A vorhanden (z. B. durch Rahmenanbindung an das LPS):
Muss ein Typ-1+2-SPD eingesetzt werden.
LPZ 2 – Innerhalb des Wechselrichters
Diese Zone wird durch das Metallgehäuse des Wechselrichters gebildet:
Zusätzlicher Schutz vor induzierten Strömen;
Weitere SPDs reduzieren die Restenergie.
→ SPDs sollten so nah wie möglich am Wechselrichter installiert werden.

Haben Sie noch Fragen zum EMC-Zonenkonzept? Nehmen Sie dann bitte Kontakt mit uns auf.